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Kobylnica On-line Kobylnica On-line


Kobylnica (deutsch Kublitz, auch Königlich Kublitz, kaschubisch Kobëlnica, auch Kobëlnëcô) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Słupski der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage
Kobylnica liegt unmittelbar am südwestlichen Stadtrand der Stadt Słupsk in Hinterpommern; die Entfernung von Stadtmitte beträgt etwa vier Kilometer.

Gmina Kobylnica (Kobylnica Commune)
Geographische Lage (Hebrondamnitz): 54° 26' N, 17° 0' O
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Słupsk
Einwohner: 4000
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 21 Ortschaften
25 Schulzenämter
Fläche: 244,95 km2
Einwohner: 11.012 (30. Jun. 2013)
Bevölkerungsdichte: 45 Einw./km2
Gemeindenummer (GUS): 2212062

Geschichte
Das pommersche Dorf Kobylnica (früher auch: Cobelniz, Cubbelitze, Cubbelnitz, Cubbelnie, Cublitz und Kublitz) bildete ursprünglich mit Adlig Kublitz (polnisch heute: Kobylniczka) ein Dorf. Im Jahre 1315 wurde es in einer Urkunde genannt, in der Markgraf Waldemar von Brandenburg dem Kasimir Svenzo den Besitz des Dorfes als Lehen bestätigte. Der Ort gehörte zum Leibgedinge der Herzogin Erdmuthe (* 1561; † 1623), die ab 1600 als Witwe im Schloss zu Stolp lebte. Einen Teil von Kublitz erhielt die Familie von Puttkamer zu Lossin und Krampe zum Lehen. 1734/35 verkauften die von Puttkamers zu Plassow einen nördlich des Kamenz-Baches gelegenen Teil des Dorfes an die Königliche Domäne in Stolp. Seither hieß dieser Teil Königlich Kublitz und der andere, der den von Puttkamers zu Lossin blieb, Adlig Kublitz.

Kublitz und Adlig Kublitz hatten eine gemeinsame Schule. Der Schulverband hatte seinen Sitz in Kublitz, während die Schule in Adlig Kublitz stand. 1931 handelte es sich um eine sechsstufige Volksschule mit sechs Klassen, drei Lehrern und einer Lehrerin, die 242 Kinder unterrichteten. 1939 hatte Kublitz – bei einer Gemeindefläche von 646 ha – 1237 Einwohner bei 84 landwirtschaftlichen Betrieben. Handel, Handwerk und Gewerbe waren zudem in Kublitz – dank seiner Nähe zur Stadt Stolp – recht zahlreich vertreten.

Kublitz (wie auch Adlig Kublitz mit 463 ha und 493 Einwohnern) gehörte bis 1945 zum Amtsbezirk Lossin, wo auch das Standesamt seinen Sitz hatte. Amtsgerichtsbezirk war Stolp.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Kublitz am 8. März 1945 von der Roten Armee besetzt und bald darauf unter polnische Verwaltung gestellt. Im Rahmen polnischer Enteignungsmaßnahmen wurden Häuser und Gehöfte von neu zugewanderten Polen besetzt. Die Einwohner wurden bis Herbst 1947 alle vertrieben.

Später wurden in der Bundesrepublik Deutschland 790 und in der DDR 173 aus Kublitz vertriebene Dorfbewohner ermittelt.

Evangelische Kirche
Ende des 16. Jahrhunderts war Kobylnica noch eine Filialgemeinde der Pfarrkirche St. Marien in Stolp und wurde von den dortigen Pfarrern der 2. Pfarrstelle versorgt. Im Jahre 1612 richtete die Fürstin Erdmute eine eigene Pfarrstelle ein, in der sie für den Unterhalt des Predigers sorgte. Der erste Pfarrer von Kublitz wurde am 28. Juni 1612 durch den Stolper Hofprediger Daniel Rubenow in sein Amt eingeführt: Erasmus Janicke aus Hammerstein (Czarne) bei Schlochau. Seitdem dann der zweite Pfarrer Johann Drenckhan, der im Kublitzer Pfarrhaus in der Altstadt zu Stolp wohnte, im Jahre 1668 zugleich auch zum Schlossprediger in Stolp berufen wurde, sind die beiden Kirchengemeinden (Schlosskirche Stolp und Kirchengemeinde Kublitz) miteinander verbunden worden. Die Orte Ulrichsfelde (Bolesławice) und Veddin (Widzino) wurden eingepfarrt.

1940 zählte die Kirchengemeinde Kublitz etwa 2.500 Gemeindeglieder. Bis 1945 war der Ort mit der Stolper Schlossgemeinde Teil des Kirchenkreises Stolp-Stadt in der Kirchenprovinz Pommern der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Heute gehören die evangelischen Einwohner von Kobylnica zur Parafia Słupsk (Parochie Stolp) an der dortigen Kreuzkirche in der Diecezja Pomorsko-Wielkopolska (Diözese Pommern-Großpolen) – mit Sitz in Sopot (Zoppot) – der Kościół Ewangelicko-Augsburski (Luterański) w Polsce (Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen).

Katholische Kirche
Vor 1945 waren die wenigen katholischen Einwohner in die Pfarrgemeinde in Stolp eingegliedert. Am 15. August 1945 wurde die bisher evangelische Pfarrkirche durch die katholische Kirche neu geweiht; sie trägt seither den Namen Najświętszego Serca Pana Jezusa. Am 1. Juni 1951 wurde dann auch die Parochie Kobylnica errichtet, deren Filialgemeinde Sierakowo Słupskie (Zirchow) ist. Außerdem werden regelmäßig Heilige Messen in Łosino (Lossin) und Bolesławice (Ulrichsfelde) gehalten.
Die Parafia Kobylnica, zu der über 4000 Gemeindeglieder zählen, gehört zum Dekanat Słupsk-Zachód (Stolp-West) im Bistum Köslin-Kolberg der Katholischen Kirche in Polen.
Pfarrer seit 1951
Lucjan Koźlik, 1951–1968
Jan Spodób, 1968–1974
Tadeusz Rzeźnicki, 1974–1980
Michal Kłoda, 1980–1989
Witold Szulczyński, 1989–1991
Bolesław Woźny, 1991–1993
Rieczysław Wądrychowicz, 1993–1994
Józef Borawski, 1994–1999
Krzysztof Wilkos, 1999–2005
Eugeniusz Łodyka, seit 2005

Baudenkmäler
Kirche: Im Mittelalter hatte Kublitz eine Kirche, die dem Patronat des Nonnenklosters (Dominikaner) in Stolp unterstand. 1555 erfolgte der Neubau, dessen überputzter Westturm aus gotischer Zeit stammt. Altar und Kanzel waren mit aufgelegten Schnitzereien verziert. Unter dem Altar befindet sich die Familiengruft der Familie von Puttkamer. Etwa 1925 wurde das Kirchenschiff nach beiden Seiten erweitert.
Kublitzer Mühle: Die Kublitzer Mühle stammt aus der Zeit vor 1300. Sie gehörte später zu den fünf Stolper Hospital-Mühlen. Zuletzt war die Mühle in Privatbesitz.

Söhne und Töchter des Orts
Paul Maede, ein Heimatdichter, der als Hauptlehrer und Organist im Dorf tätig war. Bekannt wurden die Titel seiner Werke „Am Herzen der Natur“, „Hermann Roß, der Bahnwärterjunge“ und „Eiala, der Schmetterling“.

Gmina Kobylnica
Kobylnica ist heute Sitz der Landgemeinde (gmina wiejska) Kobylnica mit etwa 10.000 Einwohnern. Die Gemeindefläche beträgt 244,95 km2. 60 % Landwirtschafts- und 30 % Waldfläche kennzeichnen die Region, in die der Landschaftsschutzpark Stolpetal (Park Krajobrazowy Doliny Słupi) hinein reicht.

Die Gmina Kobylnica im Powiat Słupski liegt in der Woiwodschaft Pommern. Zwischen 1975 und 1998 gehörte sie zur Woiwodschaft Słupsk.

Gemeindegliederung
Zur Gmina Kobylnica gehören 25 Ortsteile („Schulzenämter“):
Bolesławice (Ulrichsfelde)
Bzowo (Besow)
Kobylnica (Kublitz)
Komiłowo (Keudellshof)
Komorczyn (Kummerzin)
Kończewo (Kunsow)
Kruszyna (Krussen)
Kuleszewo (Kulsow)
Kwakowo (Quackenburg)
Lubuń (Labuhn)
Lulemino (Lüllemin)
Łosino (Lossin)
Płaszewo (Wendisch Plassow, 1937–45 Plassenberg)
Reblino (Reblin)
Runowo Sławieńskie (Klein Runow)
Sierakowo Słupskie (Zirchow)
Słonowice (Groß Schlönwitz)
Słonowiczki (Klein Schlönwitz)
Sycewice (Zitzewitz)
Ściegnica (Ziegnitz)
Widzino (Veddin)
Wrząca (Franzen)
Zagórki (Sagerke, 1937–45 Brackenberg)
Zębowo (Symbow)
Żelkówko (Klein Silkow)

Verkehr
Kobylnica ist nicht Bahnstation der Polnischen Bahn (PKP) an der Strecke (Berlin–Stettin–) Stargard Szczeciński–Koszalin–Danzig (–Kaliningrad), obwohl diese durch das Gemeindegebiet verläuft. Der Bahnhof steht vielmehr an der Linie Ustka – Słupsk – Miastko (Rummelsburg) – Szczecinek (Neustettin) – Piła (Schneidemühl).
Durch das Gemeindegebiet führt die Europastraße 28 (Berlin–Stettin–Köslin–Danzig–Königsberg–Vilnius–Gomel) und die Landesstraße 21 von Słupsk nach Miastko (ehemalige deutsche Reichsstraße 125).

Literatur:
Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern. Lübeck 1989, S. 483–492 (Download Ortsbeschreibung Kublitz) (PDF-Datei; 1,24 MB)
Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 955, Nr. 24, S. 931, Nr. 4 und S. 928, Nr. 3.
Hans Glaeser-Swantow: Das evangelische Pommern. 2. Teil: Behörden, Kirchen, Pfarrstellen, Geistliche, Anstalten und Vereine. Auf Grund amtlicher Quellen. 3. Auflage. Selbstverlag des Evangelischen Pfarrervereins der Provinz Pommern, Stargard in Pommern 1940.
Ernst Müller: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Der Regierungsbezirk Köslin. Saunier, Stettin 1912, (Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart 2).
Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich auf Grund der Volkszählung 1939. 2. Auflage. Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik, Berlin 1941, (auch Nachdruck: Osnabrück, Zeller, 1975).




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